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By Dr. Ernst Joël, Dr. F. Fränkel (auth.)

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Untypisch sind die Erscheinungen am Harnapparat. Die Angaben über aktuelle Wirkungen sind sehr inkonstant, die allgemeinen Befunde gering. Man findet in der Literatur Bemerkungen über Polyurie und Pollakisurie, zuweilen haben wir beides, zuweilen nur eins von beiden, meist aber ganz regelrechte Sekretions- und Miktionsverhältnisse beobachtet. Vereinzelt fanden wir die Angabe, daß auf der Höhe der Cocainwirkung die bei der Miktion normalerweise auftretenden Sensationen an der Urethralschleimhaut entweder fehlten oder auch, daß sie einen anderen, wollüstigen Charakter angenommen hatten.

Anhangsweise sei hier noch kurz von Novocainvergiftungssymptomen berichtet, da wie erwähnt, das Novocain bei den Verfälschungen besonders gern benutzt wird. Aus der medizinischen Praxis kennt man, z. B. nach Injektion von 0,5 g plötzlichen Kollaps, Streck· krämpfe, Totalamaurose, Skotome. Noch bedrohlichere Erscheinungen kennt man aus zufälligen intravenösen Injektionen (A. W. Meyer). Es kann zu eigentümlichen Schlaf· zuständen kommen, bei denen die Patienten auf Anruf reagieren und auch außer halb des Injektionsbezirkes eine Anästhesie aufweisen, andere leiden unter Tachykardie, .

Man könnte erwägen, ob die depotenzierende Wirkung des Giftes zu inverser Betätigung verleitet. Wahrscheinlicher ist U,lS der suggestive Einfluß des Milieus. Doch soll nicht bestritten werden, daß dem Fortfall von Hemmungen der Cocainrausch günstig ist und so dem bisher verdrängten Gl'undtrieh Entfaltungsmöglichkeit gegeben wird. Solche Enthemmungeu fiuden ja auch in den Wirkungen anderer Narkotica ihre Analogie, so etwa in dem Fall eiues 39jährigell Arheiters, der schen durch geringe Alkoholmengen zu homosexuellen Handluugen angeregt wird, obwohl er verheiratet ist, 2 Kinder hat und nüchtern gegen homosexudle Betätigung Abscheu zeigt (De u ts eh).

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